Microsoft warnt: ACR-Stealer stiehlt M365-Zugänge über ClickFix
Microsoft warnt vor einer deutlichen Zunahme von Angriffen mit dem Infostealer ACR Stealer. Die Täter locken Beschäftigte über gefälschte Fehlermeldungen (Methode „ClickFix“) dazu, selbst einen Schadbefehl auszuführen — und greifen anschließend gespeicherte Passwörter, aktive Sitzungstokens und Microsoft-365-Dateien ab. Weil kein Software-Update davor schützt, ist der Mensch am Arbeitsplatz die entscheidende Verteidigungslinie.
Was ist passiert?
Microsofts Sicherheitsteam (Defender Experts) meldet eine Angriffswelle mit dem Schadprogramm ACR Stealer — einem Infostealer, der seit 2024 als „Malware-as-a-Service“ gehandelt wird. Der Einstieg erfolgt über die Social-Engineering-Masche ClickFix: Auf einer präparierten Webseite erscheint eine angebliche Fehlermeldung oder ein „Bestätigen Sie, dass Sie ein Mensch sind“-Hinweis, der das Opfer anleitet, einen vorbereiteten Befehl zu kopieren und im Ausführen-Dialog oder Terminal zu starten. Dieser Befehl lädt über rundll32.exe eine Schad-DLL von einem entfernten WebDAV-Server nach; teils kommt auch mshta.exe zum Einsatz. Danach durchsucht die Schadsoftware das System nach verwertbaren Daten.
Wer ist betroffen?
Betroffen sind Windows-Arbeitsplätze und Microsoft-365-Nutzer in Unternehmen jeder Größe. ACR Stealer zielt auf im Browser gespeicherte Passwörter, aktive Anmelde- und Sitzungstokens, PDF-Dokumente sowie Dateien aus synchronisierten OneDrive- und SharePoint-Ordnern. Besonders heikel: Mit gestohlenen Sitzungstokens können Angreifer eine bereits bestehende Anmeldung übernehmen und damit auch klassische Multi-Faktor-Abfragen umgehen. Da der Angriff auf Täuschung statt auf eine Softwarelücke setzt, schützt kein Patch — jede Person mit Zugang zu Firmendaten ist ein mögliches Einfallstor.
Was jetzt zu tun ist
- Beschäftigte sensibilisieren: Niemals Befehle aus einer Webseite kopieren und im „Ausführen“-Dialog (
Win+R), in PowerShell oder im Terminal ausführen — auch nicht, wenn damit angeblich ein „Fehler“ behoben oder ein „Mensch-Check“ bestanden wird. - Ausführung eindämmen: Den
Win+R-Ausführen-Dialog per Richtlinie einschränken und den Missbrauch vonrundll32.exeundmshta.exeüber Regeln zur Angriffsflächenreduzierung (Attack Surface Reduction) blockieren. - Ausgehenden Datenverkehr begrenzen: Verbindungen zu unbekannten WebDAV-Servern unterbinden.
- Sitzungen absichern: Phishing-resistente MFA und Conditional Access nutzen, verdächtige Sitzungen zurückziehen sowie Passwörter und Tokens betroffener Konten erneuern.
- Endpunkte überwachen: EDR bzw. Microsoft Defender aktiv halten, Alarme auf
rundll32- undmshta-Aktivität prüfen und Browser-Zugangsdaten nach einem Verdacht als kompromittiert behandeln.
So hilft Binary System Services
BSS unterstützt genau hier: von praxisnahen Awareness-Schulungen gegen ClickFix-Maschen über die Härtung von Windows und Microsoft 365 (ASR-Regeln, MFA, Conditional Access) bis zum Monitoring Ihrer Endpunkte, das verdächtige Ausführungen früh erkennt. Im Verdachtsfall helfen wir, betroffene Konten und Sitzungen schnell zu sichern. Sprechen Sie uns an.
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