Veeam Backup kritisch: CVE-2026-108142 erlaubt Angriff ohne Anmeldung
Veeam hat am 27. Oktober 2026 Sicherheitsupdates für Backup & Replication veröffentlicht und dabei eine kritische Lücke geschlossen: Über CVE-2026-108142 (CVSS v4.0 9.1) kann ein Angreifer ohne Anmeldung die Autorisierung am CDP-Koordinator-Dienst umgehen. Betroffen ist genau das System, das im Ernstfall die Wiederherstellung sichern soll — und Backup-Server sind ein bevorzugtes Ziel von Ransomware-Gruppen.
Was ist passiert?
Im Hersteller-Advisory KB4948 dokumentiert Veeam mehrere Schwachstellen in Backup & Replication der Generation 13. Die gravierendste ist CVE-2026-108142 (CVSS v4.0 9.1, kritisch): Ein nicht authentifizierter Angreifer kann die Autorisierung des CDP Coordinator Service über das Netzwerk umgehen, ohne Rechte und ohne Nutzerinteraktion. Der CVSS-Vektor enthält allerdings den Wert AT:P — es müssen also bestimmte Voraussetzungen für den Angriff erfüllt sein, die Veeam nicht näher erläutert.
Zwei weitere Lücken (CVE-2026-108140 und CVE-2026-108141, je CVSS 5.9) erlauben einem angemeldeten Benutzer mit der Rolle „Restore Operator“, der zusätzlich den Inhalt einer gesicherten NAS-Freigabe kontrolliert, über Pfad-Traversal das Schreiben eigener Dateien an beliebige Pfade auf dem Backup-Server. Hinzu kommt CVE-2026-105477 (CVSS 7.3) — eine lokale Rechteausweitung im von Veeam verwalteten Linux-Agenten. Separat schließt Veeam ONE 13.1 P1 die Lücke CVE-2026-107671 (hoch), mit der ein Angreifer mit gültigen Administratorrechten die Multi-Faktor-Authentifizierung global deaktivieren kann, bevor die MFA-Prüfung abgeschlossen ist.
Alle Lücken wurden über HackerOne gemeldet. Hinweise auf eine aktive Ausnutzung nennt Veeam bislang nicht — der Hersteller warnt jedoch ausdrücklich davor, dass Patches schnell nachgebaut (Reverse Engineering) werden können.
Wer ist betroffen?
Betroffen sind ausschließlich Windows-basierte Installationen der Generation 13:
Veeam Backup & Replication 13.1.1.18und alle früheren Builds der Version 13.1 — behoben in13.1.2(Build13.1.2.57).Veeam Backup & Replication 13.0.2.29und alle früheren Builds der Version 13.0 — behoben in13.0.3(Build13.0.3.63).Veeam Agent for Linux 13.1.1.4und früher (nur wenn von Backup & Replication verwaltet) — behoben in13.1.2.11.Veeam ONE 13.1.0.7233und früher — behoben in13.1 P1(Build13.1.0.7940).
Umgebungen auf Veeam Backup & Replication 12.x sind von diesen Lücken laut Hersteller nicht betroffen.
Was jetzt zu tun ist
- Installierten Build prüfen: in der Veeam-Konsole unter „Hilfe und Info“ bzw. in der Liste installierter Programme die genaue Version von Backup & Replication, Veeam ONE und dem verwalteten Linux-Agenten ermitteln.
- Vor dem Update laufende Jobs beenden und eine aktuelle Konfigurationssicherung erstellen.
- Version 13.1 auf
13.1.2.57und Version 13.0 auf13.0.3.63aktualisieren; verwaltete Linux-Agenten anschließend auf13.1.2.11bringen. - Veeam ONE 13.1 auf
P1(Build13.1.0.7940) patchen und danach prüfen, ob MFA weiterhin global aktiv ist. - Rollenzuweisungen kontrollieren: Wer hat „Restore Operator“, welche NAS-Freigaben werden gesichert? Nicht benötigte Rollen entfernen.
- Den Backup-Server nicht aus dem Internet erreichbar betreiben und Verwaltungsdienste nur aus einem getrennten Admin-Netz zulassen. Unveränderliche (immutable) Sicherungskopien bleiben der wichtigste Schutz gegen Angriffe auf die Datensicherung.
So hilft Binary System Services
Wir prüfen Ihre Veeam-Installation auf den betroffenen Build, planen das Update fenstergenau mit vorheriger Konfigurationssicherung und härten den Backup-Server über Netzsegmentierung und Rollenkontrolle ab. Auf Wunsch richten wir ein wiederkehrendes Patch- und Monitoring-Fenster für Ihre Datensicherung ein — damit Backup-Software den gleichen festen Prozess erhält wie Firewall und Hypervisor. Sprechen Sie uns an.
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